|CampusFM Musik|
|Der "klingt anders" Mix für Duisburg und Essen|
|Johnny Cash - American VI: Ain´t No Grave |
Spiritualität und Liebe über den Tod hinaus
Marc Kluge, Co-Autor: Ben Grosse-Siestrup

Ain`t no Grave“. Auch mehr als sechs Jahre nach seinem Tod kann kein Grab Johnny Cash zurückhalten. Das beweist er auf seinem letzten Studioalbum unter genau diesem Titel. Nach „A Hundred Highways“ erscheint auch „American VI: Ain`t no Grave“ posthum. Wie auf den anderen fünf Alben seiner schon 1994 begonnenen „American Recordings“-Reihe sind fast alle Songs Coverversionen von Künstlern, u.a. Kris Kristorfferson, Ed McCurdy, Bob Nolan, die Cash zu Lebzeiten sehr schätzte und denen er ein letztes Mal seinen Tribut zollt. Doch handelt es sich hier nur um den bloßen Versuch des Plattenlabels noch die letzten verfügbaren Aufnahmen des toten Johnny Cash zu Geld zu machen? Oder wird „Ain`t no Grave“ einen besonderen Platz in jeder Johnny Cash-Sammlung finden können?
Schon der Opener, der Titeltrack des Albums, zieht völlig in seinen Bann und ebnet den Weg für das Kommende. Die instrumentale Begleitung ist zurückhaltend, schafft aber eine dichte und tiefe Atmosphäre. Der perfekte Hintergrund für Johnny Cashs eindringlichen Gesang. Laut den LA Times war „Ain`t no Grave“ der letzte von ihm aufgenommene Song – der Text legt es nahe. Schwer und düster ist dieses Lied ein traditioneller Gospel und geprägt von einer Stimmung, irgendwo zwischen den Baumwollplantagen des Südens, auf denen Cash als 5 Jähriger mit seiner Familie gearbeitet hat und einer Spiritualität die seinen Erfolg über das Leben und die Furchtlosigkeit vor dem Tod mit einer unglaublichen Intensität ans Licht bringt, dass man sich der Gänsehaut nur schwer wiedersetzen kann.
Ein weiteres Highlight folgt gleich mit dem Sheryl-Crow Song „Redemption Day“. Die Instrumente sind spärlicher, geradezu sanft und schon hier lässt sich erahnen, dass die Songs des Albums zu verschiedenen Zeitpunkten aufgenommen wurden. Johnny Cashs Stimme ist im direkten Vergleich zu anderen Tracks des Albums nicht mehr so kräftig und klar. Trotzdem oder gerade deshalb weiß der Song den düsteren Unterton des Albums gekonnt weiterzuverfolgen. Doch auch andere Songs wie das vom Cello und leichten Gitarrenklängen begleitete „Last Night I Had the Strangest Dream“ oder Johnny Cashs einzige Eigenkomposition des Albums „I Corinthians 15:55“ sind deutlich von den Themen Tod und Erlösung geprägt. Nach nicht einmal 30 Minuten beenden die hawaiianischen Gitarrenklänge von Aloha Oe ein bedrückendes aber fesselndes Hörerlebnis mit den Worten „…until we meet again.“.
„American VI: Ain`t no Grave“ spricht eine ganz eigene Sprache. Johnny Cash schien sich bei den Aufnahmen zunehmend über seine schwindenden Kräfte und den nahenden Tod im Klaren gewesen zu sein. Auch der Tod seiner geliebten Ehefrau June in 2003, nur Monate vor seinem eigenen, wird zweifelsohne Einfluss auf die außergewöhnlich düstere Stimmung seiner letzten Songs genommen haben. Doch Angst schien Cash keine zu verspüren, wie auch sein Produzent Rick Rubin in Interviews bestätigt. Stattdessen trotzte er allen Schwierigkeiten und – um die eingangs gestellte Frage zu beantworten – nahm ein letztes Album auf, welches nicht nur aufgrund der düsteren Umstände einen festen Platz in jeder Johnny Cash-Sammlung haben wird. Ein Album, dass getrieben von Spiritualität und der Liebe zum Leben nicht nur eine bloße Sammlung von Coversongs ist, sondern eine Danksagung, ein Tribut und eine Hommage an alles was ihm im Leben wiederfahren ist und das mit einer unvergleichlichen Art sich „fremde“ Songs zu eigen zu machen und sie mit einem sehr persönlichen und intimen Gesicht zu verzieren.
Johnny Cashs letztes Studioalbum, dass in den Cash Cabin Studios in Hendersonville Tennesee aufgenommen und später in Los Angeles Kalifornien gemixt und gemastert wurde, erscheint am 26. Februar. Er wäre an diesem Tag 78 Jahre alt geworden.
Anspieltips: Track 1: „Ain`t no Grave“, Track 2: “Redemption Day”, Track 6 “Satisfied Mind”
VÖ: 26.Februar 2010
Marc Kluge, Co-Autor: Ben Grosse-Siestrup

Ain`t no Grave“. Auch mehr als sechs Jahre nach seinem Tod kann kein Grab Johnny Cash zurückhalten. Das beweist er auf seinem letzten Studioalbum unter genau diesem Titel. Nach „A Hundred Highways“ erscheint auch „American VI: Ain`t no Grave“ posthum. Wie auf den anderen fünf Alben seiner schon 1994 begonnenen „American Recordings“-Reihe sind fast alle Songs Coverversionen von Künstlern, u.a. Kris Kristorfferson, Ed McCurdy, Bob Nolan, die Cash zu Lebzeiten sehr schätzte und denen er ein letztes Mal seinen Tribut zollt. Doch handelt es sich hier nur um den bloßen Versuch des Plattenlabels noch die letzten verfügbaren Aufnahmen des toten Johnny Cash zu Geld zu machen? Oder wird „Ain`t no Grave“ einen besonderen Platz in jeder Johnny Cash-Sammlung finden können?
Schon der Opener, der Titeltrack des Albums, zieht völlig in seinen Bann und ebnet den Weg für das Kommende. Die instrumentale Begleitung ist zurückhaltend, schafft aber eine dichte und tiefe Atmosphäre. Der perfekte Hintergrund für Johnny Cashs eindringlichen Gesang. Laut den LA Times war „Ain`t no Grave“ der letzte von ihm aufgenommene Song – der Text legt es nahe. Schwer und düster ist dieses Lied ein traditioneller Gospel und geprägt von einer Stimmung, irgendwo zwischen den Baumwollplantagen des Südens, auf denen Cash als 5 Jähriger mit seiner Familie gearbeitet hat und einer Spiritualität die seinen Erfolg über das Leben und die Furchtlosigkeit vor dem Tod mit einer unglaublichen Intensität ans Licht bringt, dass man sich der Gänsehaut nur schwer wiedersetzen kann.
Ein weiteres Highlight folgt gleich mit dem Sheryl-Crow Song „Redemption Day“. Die Instrumente sind spärlicher, geradezu sanft und schon hier lässt sich erahnen, dass die Songs des Albums zu verschiedenen Zeitpunkten aufgenommen wurden. Johnny Cashs Stimme ist im direkten Vergleich zu anderen Tracks des Albums nicht mehr so kräftig und klar. Trotzdem oder gerade deshalb weiß der Song den düsteren Unterton des Albums gekonnt weiterzuverfolgen. Doch auch andere Songs wie das vom Cello und leichten Gitarrenklängen begleitete „Last Night I Had the Strangest Dream“ oder Johnny Cashs einzige Eigenkomposition des Albums „I Corinthians 15:55“ sind deutlich von den Themen Tod und Erlösung geprägt. Nach nicht einmal 30 Minuten beenden die hawaiianischen Gitarrenklänge von Aloha Oe ein bedrückendes aber fesselndes Hörerlebnis mit den Worten „…until we meet again.“.
„American VI: Ain`t no Grave“ spricht eine ganz eigene Sprache. Johnny Cash schien sich bei den Aufnahmen zunehmend über seine schwindenden Kräfte und den nahenden Tod im Klaren gewesen zu sein. Auch der Tod seiner geliebten Ehefrau June in 2003, nur Monate vor seinem eigenen, wird zweifelsohne Einfluss auf die außergewöhnlich düstere Stimmung seiner letzten Songs genommen haben. Doch Angst schien Cash keine zu verspüren, wie auch sein Produzent Rick Rubin in Interviews bestätigt. Stattdessen trotzte er allen Schwierigkeiten und – um die eingangs gestellte Frage zu beantworten – nahm ein letztes Album auf, welches nicht nur aufgrund der düsteren Umstände einen festen Platz in jeder Johnny Cash-Sammlung haben wird. Ein Album, dass getrieben von Spiritualität und der Liebe zum Leben nicht nur eine bloße Sammlung von Coversongs ist, sondern eine Danksagung, ein Tribut und eine Hommage an alles was ihm im Leben wiederfahren ist und das mit einer unvergleichlichen Art sich „fremde“ Songs zu eigen zu machen und sie mit einem sehr persönlichen und intimen Gesicht zu verzieren.
Johnny Cashs letztes Studioalbum, dass in den Cash Cabin Studios in Hendersonville Tennesee aufgenommen und später in Los Angeles Kalifornien gemixt und gemastert wurde, erscheint am 26. Februar. Er wäre an diesem Tag 78 Jahre alt geworden.
Anspieltips: Track 1: „Ain`t no Grave“, Track 2: “Redemption Day”, Track 6 “Satisfied Mind”
VÖ: 26.Februar 2010
|Two Door Cinema Club - Tourist History|
Hannah Seichter
Sie planen zwar gerne, hören sich aber nicht unbedingt verkopft oder spießig an. Die Rede ist vom Trio Two Door Cinema Club aus Nordirland. Nach der Schulzeit beschlossen Alex Timble (v,g, synths, beats), Kevin Baird (b, v) und Sam Halliday (g, v): „Wir wollen Musik machen!“. Ausschließlich. Entgegen dieser konsequenten, rationalen und bewussten Entscheidung setzen sie musikalisch aber nicht auf Genre, denen diese Attribute gerne zugeschrieben werden. Also etwa auf Jazz oder Klassik. Stattdessen feiern sie lieber anständig. „Knackig und fett“ sind sodann auch die ersten Gedanken, die dem Hörer durch den Kopf schießen dürften, wenn die ersten Töne des Debüts Tourist History erklingen. Am liebsten möchte man in das, was da aus den Boxen (ob es sich nun um eine Maximale=Lautsprecher oder Minimale=In-Ears handelt) platzt hineinbeißen, bis es kracht und die Tonsäfte aus den Mundwinkeln geschossen kommen wie bei einem frischen Apfel.
Dieser Eindruck ist ebenso beabsichtigt und geplant. Die ganze Scheibe sollte richtig tanzbar klingen, meint Alex. Und was sie sich vornehmen, das wird auch sein. Schmissige Elemente wie Percussions, eine eher rhythmisch als melodiös eingesetzte Gitarre und mehrfach wiederholte Textzeilen garantieren hierfür. Dann scheint es wie eine schicksalhafte Fügung zu sein, dass man sich nach dem Ausstieg des Drummers nicht etwa nach einem neuen umsieht, sondern sich stattdessen entschließt, ganz ohne weiterzumachen. Auch das -wen wundert es noch- ganz bewusst. Kommen doch ohnehin die digital erzeugten Drums viel tanzbarer und akzentuieren diese poppige, elektronische Note der Band zusätzlich.
Halbe Sachen kommen nicht in die Tüte oder vielmehr auf die Scheibe; wenn schon locker-flockig, dann auch richtig. Ganz nach dem Motto „Because You Want It All“(You Want It All?). Dabei stellt dieser Song einen kleinen Ausbruch aus dem History-Gefüge dar. Normalerweise ist die sich jederzeit in den Vordergrund drängende quirlige, hochtönende Gitarre das süße Sahnehäubchen auf der Musik. Nun aber geben für den TDCC äußerst untypische Sechssaitersounds den Ton an. Die fixen Riffe könnte man in diesem ganzen sonnigen, gutgelaunten Einerlei schon fast als metallisch bezeichnen. Das macht das Ganze interessanter. Dieses Phänomen des Unschematischen bleibt aber die Ausnahme. In der Regel ist ein Skandierendes Gesangsorgan den Clubbern oft nicht genug, sondern wird noch mit paranomasomatischen Elementen allá „oo ohhs“ und „aaa ahhs“ plus Silben abklopfenden Drums maximal ausgereizt. Wie etwa schon zu Beginn von I Can Talk, dem wohl tanzbarsten aller 10 Tracks. Effekt: Es kribbelt in Beinen und Füßen. Der nicht zu ignorierende Drang, aufzuspringen und schlagzeugsynchron durch das Ambiente zu hüpfen wird merkbar.
Es wäre nicht verwunderlich, wenn sich Elektro-, Indie- und Popschuppen gleichermaßen nach TDCC die Finger lecken würden.
„Na dann herzlichen Glückwunsch. Noch ein ganz kleines Stück, Jungs.“, würde Marcus Wiebusch von Kettcar wohl kommentieren. Denn es gibt da ein Problem: Hohe Punktzahlen in den Bereichen „Schick Sein“, „Tanzbar Sein“ und „Eingängig Sein“ reichen nicht immer für den perfekten Coup. Es wäre eventuell noch mehr drin gewesen, hätte man den Songs an sich noch ein bisschen mehr Raum gegeben, jeweils einen eigenen Charakter zu entfalten, anstatt überwiegend die identische Gewürzmischung für jede der 10 Kompositionen zu verwenden. Der Effekt ist nämlich folgender: Im Prinzip denkt der Hörer schon nach Track 3: „Sehr nett, sehr tanzbar, noch besser produziert. Aber kommt da noch was anderes?“ Bei Eat Up, It´s Good For You könnte sich etwas ändern, wenn mit einem ruhigen, atmosphärisch knisternden Synthielauf eröffnet wird, der etwas an eine alte verstaubte Orgel erinnert. Aber nach geschlagenen 13 Sekunden ist auch das vorbei. Es kommen Schlagzeug und Gitarren in gleicher Form hereingeplatzt -von den Anfangselementen ist nur noch als hintergründiger Klangverdichter etwas zu hören. Eine positive Überraschung liefern dafür im letzten Drittel sich auftürmende, etwas trashig daherkommende knartschende Synths. Es scheint, als wolle man kurz vor dem Ende des auf Cd gepressten Gute-Laune-Festivals noch einmal alles geben. Und es ist ja richtig: Lockerer Spaß muss kurzweilig sein.
Es werden Massen zu diesen Tönen hüpfen (wollen) und erstaunt schreien „Wie?! Das sind keine Briten?!“, wenn sie erfahren, dass sie da waschechte Röhrenjeans-Iren hören. Alles bestens geplant.
Dieser Eindruck ist ebenso beabsichtigt und geplant. Die ganze Scheibe sollte richtig tanzbar klingen, meint Alex. Und was sie sich vornehmen, das wird auch sein. Schmissige Elemente wie Percussions, eine eher rhythmisch als melodiös eingesetzte Gitarre und mehrfach wiederholte Textzeilen garantieren hierfür. Dann scheint es wie eine schicksalhafte Fügung zu sein, dass man sich nach dem Ausstieg des Drummers nicht etwa nach einem neuen umsieht, sondern sich stattdessen entschließt, ganz ohne weiterzumachen. Auch das -wen wundert es noch- ganz bewusst. Kommen doch ohnehin die digital erzeugten Drums viel tanzbarer und akzentuieren diese poppige, elektronische Note der Band zusätzlich.
Halbe Sachen kommen nicht in die Tüte oder vielmehr auf die Scheibe; wenn schon locker-flockig, dann auch richtig. Ganz nach dem Motto „Because You Want It All“(You Want It All?). Dabei stellt dieser Song einen kleinen Ausbruch aus dem History-Gefüge dar. Normalerweise ist die sich jederzeit in den Vordergrund drängende quirlige, hochtönende Gitarre das süße Sahnehäubchen auf der Musik. Nun aber geben für den TDCC äußerst untypische Sechssaitersounds den Ton an. Die fixen Riffe könnte man in diesem ganzen sonnigen, gutgelaunten Einerlei schon fast als metallisch bezeichnen. Das macht das Ganze interessanter. Dieses Phänomen des Unschematischen bleibt aber die Ausnahme. In der Regel ist ein Skandierendes Gesangsorgan den Clubbern oft nicht genug, sondern wird noch mit paranomasomatischen Elementen allá „oo ohhs“ und „aaa ahhs“ plus Silben abklopfenden Drums maximal ausgereizt. Wie etwa schon zu Beginn von I Can Talk, dem wohl tanzbarsten aller 10 Tracks. Effekt: Es kribbelt in Beinen und Füßen. Der nicht zu ignorierende Drang, aufzuspringen und schlagzeugsynchron durch das Ambiente zu hüpfen wird merkbar.
Es wäre nicht verwunderlich, wenn sich Elektro-, Indie- und Popschuppen gleichermaßen nach TDCC die Finger lecken würden.
„Na dann herzlichen Glückwunsch. Noch ein ganz kleines Stück, Jungs.“, würde Marcus Wiebusch von Kettcar wohl kommentieren. Denn es gibt da ein Problem: Hohe Punktzahlen in den Bereichen „Schick Sein“, „Tanzbar Sein“ und „Eingängig Sein“ reichen nicht immer für den perfekten Coup. Es wäre eventuell noch mehr drin gewesen, hätte man den Songs an sich noch ein bisschen mehr Raum gegeben, jeweils einen eigenen Charakter zu entfalten, anstatt überwiegend die identische Gewürzmischung für jede der 10 Kompositionen zu verwenden. Der Effekt ist nämlich folgender: Im Prinzip denkt der Hörer schon nach Track 3: „Sehr nett, sehr tanzbar, noch besser produziert. Aber kommt da noch was anderes?“ Bei Eat Up, It´s Good For You könnte sich etwas ändern, wenn mit einem ruhigen, atmosphärisch knisternden Synthielauf eröffnet wird, der etwas an eine alte verstaubte Orgel erinnert. Aber nach geschlagenen 13 Sekunden ist auch das vorbei. Es kommen Schlagzeug und Gitarren in gleicher Form hereingeplatzt -von den Anfangselementen ist nur noch als hintergründiger Klangverdichter etwas zu hören. Eine positive Überraschung liefern dafür im letzten Drittel sich auftürmende, etwas trashig daherkommende knartschende Synths. Es scheint, als wolle man kurz vor dem Ende des auf Cd gepressten Gute-Laune-Festivals noch einmal alles geben. Und es ist ja richtig: Lockerer Spaß muss kurzweilig sein.
Es werden Massen zu diesen Tönen hüpfen (wollen) und erstaunt schreien „Wie?! Das sind keine Briten?!“, wenn sie erfahren, dass sie da waschechte Röhrenjeans-Iren hören. Alles bestens geplant.
Anspieltipps:
03 Do You Want It All?
06 I Can Talk
09 Eat Up, It`s Good For You
| Dag för Dag – Boo |
Wiedersehen macht Freude. Das dachte sich scheinbar auch das (vermeintlich) schwedische Duo Däg för Däg: Mit ihrem Debüt Boo machen sie stilistisch genau da weiter, wo sie mit ihrer selbstproduzierten EP Shooting from the Shadows angefangen haben.
Der Name „Dag för Dag“, was soviel heißt wie „Tag für Tag“, ist vielleicht etwas ungewöhnlich. Aber was ist heute noch gewöhnlich? So haben die Zwillinge Jacob Donald und Sarah Parthemore Snavely aus Kalifornien etwa während ihrer Odyssee rund um den Globus ihr Lager in Schweden aufgeschlagen. Uns Resteuropäern dürfte der Durchsnittsschwede als als sachlicher, nüchterner Gesprächspartner bekannt sein, der seine Gefühle nur selten aus dem häuslichen Safe hervorholt. Ähnlich ist es mit diesem Album, welches die ruhige Atmosphäre Schwedens aufgreift und verinnerlicht. Diese Simplizität spiegelt sich auch in der Musik der Geschwister wieder. Um auf sich aufmerksam zu machen, benötigen die beiden keine großen Effekte, Riffs oder Soli. Somit ist es umso erstaunlicher mit welch minimalem Einsatz von Instrumenten (Gitarre, Schlagzeug) gute Songs entstehen können, die dazu noch eine gewisse Atmosphäre aufbauen.
Das Intro und der anschließende Titel I am the Assassin kommt einer Einheit gleich; eine Einheit, die die Schweden in ihrer Fußballgeschichte besonders zu Beginn eines großen Wettbewerbs demonstrierten. Bekannt für ihre schnörkellose Spielweise und die daraus resultierende Effektivität, spielte diese Mannschaft schon so manchen Gegner an die Wand. Ähnlich ist es mit der schwedischen Musikszene, die seit Jahren Bands hervorbringt, die den überregionalen Wettbewerb keinesfalls scheuen müssen -und zwar in allen Sparten. Wenn man bei diesem Vergleich bleiben möchte, wären die Titel I am the Assassin und Hands and Knees das Stürmerduo Henrik Larsson und Zlatan Ibrahimovic. Jedoch geht auch einem weltklasse Stürmer irgendwann die Luft aus: Analog verliert das Album der schwedischen Kalifornier ab dem vierten Stück an Intensität. Der Überraschungseffekt schwindet, und die folgenden Tracks verlaufen ineinander.
Mit der Folge,dass der Hörer gar Probleme hat die einzelnen Kompositionen auseinander zu halten. Aber vielleicht war ja auch genau das der Masterplan. Der Versuch den Lauschenden dazu zu bringen, nicht nur auf Effekte und Atmosphäre zu achten um möglichst schnell auditiv befriedigt zu werden. Für diesen Teil des Albums sollte sich der Hörer Zeit nehmen, denn manche Songs brauchen eine Weile um angenommen zu werden. Gut gewählt ist die Singleauskopplung, denn Hands and Knees ist wohl das radiotauglichste Element des Albums. Dieser Song, der durch seine Einfachheit gekennzeichnet ist, bringt einen sehr basslastigen Sound mit sich und schlägt eine Brücke in die Welt der Popmusik. Das Grundgerüst ist aus ein simpler Basslauf.Nun sind ja eingängige Melodien in der Welt des Pop meist der Schlüssel zu einem Hit. Jedoch wird dann nicht selten gepfuscht und am Computer „nachgebessert“. Genau hier liegt der Unterschied zu Däg för Däg: Die zwei setzen auf eine reine, unverfälschte Form der Musik.Auch die Ohrwürmer auf dieser Scheibe sind etwas anders. Hands and Knees verleitet eher dazu, die Grundmelodie zu imitieren, anstatt sie nervigerweise in Trance die Lyrics mitzusingen. Das dürfte auch die Mitmenschen freuen, denen ein Mangel an Gesangskünsten ihres Gegenübers erspart bleibt. Die Geschwister haben es geschafft, ihre Songs auf den Punkt genau abzustimmen. Der „Tag“ Däg för Dägs endet mit dem Bonussong Ring Me, Elise. Zugleich ist dieser Abschluss ein Flashback zur zuvor selbstproduzierten EP der Geschwister.
Ein gutes Marketing für Neueinsteiger. In Schweden versteht man eben nicht nur etwas vom Musikmachen -siehe IKEA. Aber das ist eine andere Geschichte.
Der Name „Dag för Dag“, was soviel heißt wie „Tag für Tag“, ist vielleicht etwas ungewöhnlich. Aber was ist heute noch gewöhnlich? So haben die Zwillinge Jacob Donald und Sarah Parthemore Snavely aus Kalifornien etwa während ihrer Odyssee rund um den Globus ihr Lager in Schweden aufgeschlagen. Uns Resteuropäern dürfte der Durchsnittsschwede als als sachlicher, nüchterner Gesprächspartner bekannt sein, der seine Gefühle nur selten aus dem häuslichen Safe hervorholt. Ähnlich ist es mit diesem Album, welches die ruhige Atmosphäre Schwedens aufgreift und verinnerlicht. Diese Simplizität spiegelt sich auch in der Musik der Geschwister wieder. Um auf sich aufmerksam zu machen, benötigen die beiden keine großen Effekte, Riffs oder Soli. Somit ist es umso erstaunlicher mit welch minimalem Einsatz von Instrumenten (Gitarre, Schlagzeug) gute Songs entstehen können, die dazu noch eine gewisse Atmosphäre aufbauen.
Das Intro und der anschließende Titel I am the Assassin kommt einer Einheit gleich; eine Einheit, die die Schweden in ihrer Fußballgeschichte besonders zu Beginn eines großen Wettbewerbs demonstrierten. Bekannt für ihre schnörkellose Spielweise und die daraus resultierende Effektivität, spielte diese Mannschaft schon so manchen Gegner an die Wand. Ähnlich ist es mit der schwedischen Musikszene, die seit Jahren Bands hervorbringt, die den überregionalen Wettbewerb keinesfalls scheuen müssen -und zwar in allen Sparten. Wenn man bei diesem Vergleich bleiben möchte, wären die Titel I am the Assassin und Hands and Knees das Stürmerduo Henrik Larsson und Zlatan Ibrahimovic. Jedoch geht auch einem weltklasse Stürmer irgendwann die Luft aus: Analog verliert das Album der schwedischen Kalifornier ab dem vierten Stück an Intensität. Der Überraschungseffekt schwindet, und die folgenden Tracks verlaufen ineinander.
Mit der Folge,dass der Hörer gar Probleme hat die einzelnen Kompositionen auseinander zu halten. Aber vielleicht war ja auch genau das der Masterplan. Der Versuch den Lauschenden dazu zu bringen, nicht nur auf Effekte und Atmosphäre zu achten um möglichst schnell auditiv befriedigt zu werden. Für diesen Teil des Albums sollte sich der Hörer Zeit nehmen, denn manche Songs brauchen eine Weile um angenommen zu werden. Gut gewählt ist die Singleauskopplung, denn Hands and Knees ist wohl das radiotauglichste Element des Albums. Dieser Song, der durch seine Einfachheit gekennzeichnet ist, bringt einen sehr basslastigen Sound mit sich und schlägt eine Brücke in die Welt der Popmusik. Das Grundgerüst ist aus ein simpler Basslauf.Nun sind ja eingängige Melodien in der Welt des Pop meist der Schlüssel zu einem Hit. Jedoch wird dann nicht selten gepfuscht und am Computer „nachgebessert“. Genau hier liegt der Unterschied zu Däg för Däg: Die zwei setzen auf eine reine, unverfälschte Form der Musik.Auch die Ohrwürmer auf dieser Scheibe sind etwas anders. Hands and Knees verleitet eher dazu, die Grundmelodie zu imitieren, anstatt sie nervigerweise in Trance die Lyrics mitzusingen. Das dürfte auch die Mitmenschen freuen, denen ein Mangel an Gesangskünsten ihres Gegenübers erspart bleibt. Die Geschwister haben es geschafft, ihre Songs auf den Punkt genau abzustimmen. Der „Tag“ Däg för Dägs endet mit dem Bonussong Ring Me, Elise. Zugleich ist dieser Abschluss ein Flashback zur zuvor selbstproduzierten EP der Geschwister.
Ein gutes Marketing für Neueinsteiger. In Schweden versteht man eben nicht nur etwas vom Musikmachen -siehe IKEA. Aber das ist eine andere Geschichte.
Anspieltipps:
2. I am the Assassin
3. Hands and Knees (Single)
V.Ö.: 17.02.2010 von Alexander Gruden